{"id":2862,"date":"2019-05-23T15:32:09","date_gmt":"2019-05-23T15:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/experience-report-summer-school-network\/"},"modified":"2019-12-04T08:30:22","modified_gmt":"2019-12-04T08:30:22","slug":"experience-report-summer-school-network","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/en\/experience-reports\/experience-report-summer-school-network\/","title":{"rendered":"Experience report: Summer school network"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Marvin Kastener und Sandra Kaczmarek im Interview zum Netzwerk der PhD School of Logistics. Im Jahr 2018 bot die Graduate School of Logistics zum dritten Mal die PhD School of Logistics \u2013 die Summer School der GSofLog \u2013 an. Marvin Kastner nahm als Promovend an der einw\u00f6chigen Summer School teil und wurde Mitglied im Forschungsnetzwerk.<\/p>\n\n<p>Die PhD School of Logistics ist eine interdisziplin\u00e4re Summer School f\u00fcr Promovierende der Logistik und der angrenzenden Disziplinen. Sie bietet eine Woche mit geballtem Wissen aus der Logistikforschung. Methoden und Theorien werden von hochkar\u00e4tigen, internationalen G\u00e4sten vorgestellt und anschlie\u00dfend in praktischen Workshops umgesetzt. Im Fokus steht die Frage, wie die neuen Inhalte in Dissertation eingebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p>Die Graduate School of Logistics steht f\u00fcr den Transfer aus Wissenschaft in Praxis. Deshalb wird das Erlernte auch gleich in der Praxis erprobt \u2013 vor Ort im Unternehmen \u2013 in der Live Case Study. Hierbei arbeiten interdisziplin\u00e4re Teams L\u00f6sungskonzepte f\u00fcr eine praktische Fragestellung aus.<\/p>\n\n<p>Sandra Kaczmarek nahm bereits an der ersten und zweite Summer School der GSofLog teil und ist seit dem, fester Bestandteil des Netzwerkes und \u00fcber dieses haben sich Marvin und Sandra kennengelernt und tauschen sich nun zu wissenschaftlichen Fragestellungen aus. In einem Interview erz\u00e4hlen die beiden, wie es zur Zusammenarbeit gekommen ist und welche Schritte sie gemeinsam angehen wollen.<\/p>\n\n<p><strong>Marvin, du kommst von der Technischen Universit\u00e4t Hamburg und hast einen spannenden Background \u2013 Informatik und Psychologie \u2013 warum hast du dich f\u00fcr diese Kombination entschieden und warum hat sie dich in die Logistik gef\u00fchrt?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Marvin:<\/strong> Als ich in der Oberstufe war, hat mich Informatik schon gereizt. Allerdings habe ich damals angenommen, dass es deutlich Hardware-lastiger w\u00e4re. Ich wollte aber gerne auch den Menschen mit im Fokus haben. Der Studiengang \u201eMensch-Computer-Interaktion\u201c an der Universit\u00e4t Hamburg hat mir daf\u00fcr die M\u00f6glichkeit gegeben. Nach dem Studium stand ich vor der Wahl, in welchen Bereich ich gehen wollen w\u00fcrde. Denn Informatik, die Wissenschaft der Informationsverarbeitung, ben\u00f6tigt ja einen Anwendungsfall und ist kein Selbstzweck. Die Logistik bietet viele komplexe Probleme. Die Digitalisierung wird in der Logistik viele (weitere) Neuerungen bringen. Bei den Projekten ist es essenziell, das Fachwissen derjenigen, die bislang die Aufgaben erledigt haben, umfassend aufzunehmen und im Verlauf des Projekts im Austausch zu bleiben. Denn der Erfolg neuer IT-Produkte misst sich an der tats\u00e4chlichen Verbesserung im Arbeitsalltag der Betroffenen. Sowohl die Kompetenz, neue Produkte zu entwickeln, als auch die F\u00e4higkeit, die Nutzung dieser Produkte systematisch zu untersuchen, sind f\u00fcr Verbesserungen der Prozesse in der Logistik von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/MarvinKastner_20.09.2018_Drohnenhalle.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2403\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/MarvinKastner_20.09.2018_Drohnenhalle.jpg 640w, https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/MarvinKastner_20.09.2018_Drohnenhalle-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 640px, 100vw\" \/><figcaption>Marvin Kastner w\u00e4hrend seines Besuchs am Forschungsstandort Dortmund<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p><strong>Was ist dein Forschungsthema? Welche Fragestellungen m\u00f6chtest du mit deiner Dissertation beantworten?<\/strong><\/p>\n\n<p>Ich bin \u00fcber das Projekt \u201eMaschinelles Lernen in der Theorie und Praxis (MaLiTuP)\u201c an das Institut f\u00fcr Maritime Logistik an der Technischen Universit\u00e4t Hamburg gekommen. Meine erste Idee war, dass ich in dem Bereich mein Thema suchen w\u00fcrde. Allerdings ist dies eine methodische Herausforderung \u2013 die in der Logistik anfallenden Daten sind h\u00e4ufig unternehmensbezogen und es ist mitunter schwer, Erkenntnisse zu generalisieren.<\/p>\n\n<p>Inzwischen habe ich mich darauf fokussiert, die M\u00f6glichkeiten der simulationsgest\u00fctzten Optimierung f\u00fcr die Terminal-Planung zu untersuchen. Im Projekt \u201eISI-Plan \u2013 Integration von ereignis-diskreter Logistiksimulation und Layoutplanung f\u00fcr logistische Knoten\u201c k\u00f6nnen Planer zun\u00e4chst ein Layout planen und sich daraus ein Simulationsmodell erstellen lassen. Daf\u00fcr m\u00fcssen allerdings viele Parameter, wie z.B. die Gr\u00f6\u00dfe von Fahrzeugflotten, manuell eingestellt werden. Dieser Schritt soll bei Bedarf auch automatisiert werden k\u00f6nnen. Manche Heuristiken k\u00f6nnen in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, um die wahrscheinlichsten Parameterbereiche auf jeden Fall abzudecken. Hier m\u00f6chte ich die Anwendbarkeit \u00fcberpr\u00fcfen und die Qualit\u00e4t der L\u00f6sung untersuchen.<\/p>\n\n<p><strong>Warum hast du dich damals f\u00fcr die Teilnahme an der Summer School entschieden?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Marvin: <\/strong>Als zun\u00e4chst Fachfremder habe ich mich sehr daf\u00fcr interessiert, welche Perspektiven auf die Logistik die anderen Teilnehmer mitbringen. Das Programm war sehr sch\u00f6n zusammengestellt und die spannenden Vortr\u00e4ge haben mir gezeigt, wie verschiedene Bereiche der Informatik dabei helfen k\u00f6nnen, praktische Probleme in den Unternehmen zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n<p><strong>Sandra, du hast bereits mehrfach an der Summer School teilgenommen. Warum hast du dich f\u00fcr die Teilnahme entschieden?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Sandra: <\/strong>Bei der ersten Summer School der GSofLog war ich in erster Linie neugierig auf dieses neue Format hier am Standort und die M\u00f6glichkeit der Vernetzung mit weiteren Doktoranden. Nat\u00fcrlich hat mich auch das Thema angesprochen \u2013 unter anderem ging es um die Bedeutung von Industrie 4.0. Die Teilnahme an der Summer School und der Austausch dort haben mich pers\u00f6nlich bei der Ausrichtung meines Dissertationsthemas best\u00e4rkt und ich konnte wichtige Impulse f\u00fcr die weitere Ausarbeitung mitnehmen. Insgesamt hat es mir einfach so gut gefallen, dass ich mich auch bei den nachfolgenden Summer Schools zu einer Teilnahme entschieden habe.<\/p>\n\n<p><strong>Du hast ebenfalls einen sehr spannenden Background. Als studierte P\u00e4dagogin mit einem Fokus auf Erwachsenenbildung, kamst du als Quereinsteigerin in die Logistik. Zun\u00e4chst als studentische Hilfskraft und dann als Promovendin. Woran arbeitest du und wie hilft dir dein Background dabei<\/strong>?<\/p>\n\n<p><strong>Sandra: <\/strong>Am Lehrstuhl f\u00fcr Unternehmenslogistik besch\u00e4ftige ich mich mit den Themenfeldern Kompetenzmanagement und innovative Lernkonzepte. Diese betrachte ich nat\u00fcrlich speziell f\u00fcr die Fachdom\u00e4ne Logistik und insbesondere vor dem aktuellen Hintergrund der Herausforderungen und Ver\u00e4nderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und des Managements einer digitalen Transformation. In diesem Kontext r\u00fcckt der Faktor Mensch auch in den Ingenieurswissenschaften und im Besonderen eben auch f\u00fcr die Logistik verst\u00e4rkt in den Fokus. Disziplinen wachsen weiter zusammen, um gemeinsam Wirtschaft, Industrie und Arbeitswelt zu gestalten. Das empfinde ich insgesamt als sehr spannende Entwicklung und durch meinen fachlichen Hintergrund der Berufsp\u00e4dagogik und Erwachsenenbildung f\u00fchle ich mich gut vorbereitet eben diese Perspektive Mensch f\u00fcr einen humanzentrierten Wandel durch Partizipation und neue Formen der Kompetenzentwicklung einzunehmen. Hierbei besch\u00e4ftige ich mich speziell mit spielbasierten Ans\u00e4tzen, also Gamification und Serious Games, als innovativen Ansatz der Kompetenzentwicklung und m\u00f6chte in meiner Dissertation erheben inwiefern unterschiedliche Spielmechanismen Einfluss auf das selbstgesteuerte Lernen bei Besch\u00e4ftigten der innerbetrieblichen Logistik nehmen und inwiefern dieser Ansatz geeignet ist die intrinsische Lernmotivation bei dieser Zielgruppe zu steigern.<\/p>\n\n<p><strong>Wie ist die Zusammenarbeit zwischen euch beiden entstanden?<\/strong><\/p>\n\n<p>Sandra: Die Zusammenarbeit zwischen Marvin und mir resultiert aus den Vernetzungsaktivit\u00e4ten der Graduate School of Logistics. Marvin hat an der letzten Summer School teilgenommen, an der ich pers\u00f6nlich leider nicht teilnehmen konnte. Wir haben uns zun\u00e4chst also gar nicht pers\u00f6nlich kennengelernt. Den Impuls f\u00fcr eine Zusammenarbeit hat damals Britta Scherer, die Koordinatorin der Graduate School, gegeben. Auch wenn Informatik und Erziehungswissenschaft auf den ersten Blick vielleicht keine direkte Schnittstelle vermuten lassen, ist, durch die Identifikation einer gemeinsamen Problemstellung, die Kontaktherstellung und ein pers\u00f6nlicher Austausch im Nachgang der letzten Summer School erfolgt.<\/p>\n\n<p><strong>Wie sieht euer genauer Plan aus? Was wollt ihr gemeinsam angehen?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Sandra:<\/strong> Marvin und ich arbeiten in unseren Dissertationsvorhaben beide empirisch und sind demnach auf eine fundierte und valide Erhebungsmethode angewiesen. Genau an dieser Stelle wurde auch das Potenzial einer Kooperation erkannt. Die gro\u00dfe Herausforderung liegt hierbei in der Regel in einem geeigneten Untersuchungsdesign und eben in der entsprechenden Zielgruppendefinition. An genau dieser Stelle wollen wir unsere Kompetenzen aus den unterschiedlichen Disziplinen b\u00fcndeln und streben eine gemeinsame wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichung in einem internationalen Journal an.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"560\" height=\"374\" src=\"https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0639.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2417\" srcset=\"https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0639.jpg 560w, https:\/\/gsoflog.lfo.tu-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0639-480x321.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 560px, 100vw\" \/><figcaption>Sandra Kaczmarek w\u00e4hrend der Summer School 2017<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wie zahlt die Zusammenarbeit auf eure Dissertationsthemen bzw. auf eure Forschungsausrichtung ein?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Sandra: <\/strong>Von einer erfolgreichen Publikation profitieren wir beide dahingehend, dass wir eine Referenz geschaffen haben, die ein entsprechend vergleichbares Untersuchungsdesign zur Beantwortung unserer jeweils verschiedenartigen Erkenntnisinteressen plausibilisiert. Eine solche gemeinsame Basis w\u00fcrde uns, trotz der Verortung unserer Dissertationen in unterschiedlichen Fachdom\u00e4nen, methodisch deutlich st\u00e4rken.<\/p>\n\n<p><strong>Marvin, w\u00fcrdest du die Teilnahme an der Summer School f\u00fcr andere Promovierende empfehlen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Marvin: Auf jeden Fall! Die Vortr\u00e4ge, Gespr\u00e4che und auch die Case Study haben mich in der Entwicklung weitergebracht. Die Dissertationsthemen der anderen Teilnehmer haben mir gezeigt, wie vielf\u00e4ltig Logistik gedacht werden kann.<\/p>\n\n<p><strong>Wie war die Teilnahme f\u00fcr dich als Quereinsteigerin? Bei einer Summer School im Bereich Logistik werden einige Denken, das ist was f\u00fcr Ingenieure. Stimmst du dem zu?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Sandra: <\/strong>Dem stimme ich zu. Die Summer School im Bereich Logistik ist auch etwas f\u00fcr Ingenieure. Genauso wie f\u00fcr Informatiker, Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler und eben auch Geistes-und Erziehungswissenschaftler. Ich pers\u00f6nlich bin ein Fan von Interdisziplinarit\u00e4t. Und \u00e4hnlich wie Marvin es auch schon f\u00fcr die Informatik beschrieben hat, denke ich, dass eben auch die Erziehungswissenschaft, insbesondere im Feld der Berufsp\u00e4dagogik, eine Anwendungsdom\u00e4ne braucht. Die M\u00f6glichkeiten hier sind sicher vielf\u00e4ltig, aber ich habe f\u00fcr mich meine Anwendungsdom\u00e4ne in der Logistik gefunden. Nicht zuletzt deswegen, weil Logistik als solche schon wahnsinnig vielschichtig ist, unterschiedliche Disziplinen vereint und entsprechend viele Perspektiven zul\u00e4sst und erfordert. Auch das war vor zwei Jahren zentrales Thema der Summer School \u2013 Logistik als Interdisziplin. Diese Offenheit gef\u00e4llt mir sehr. Wahrscheinlich ist das einer der Gr\u00fcnde, wieso ich mich auch als P\u00e4dagogin gar nicht so wirklich als Quereinsteigerin f\u00fchle.<\/p>\n\n<p><strong>Was ist aus eurer Sicht der Vorteil an einer interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit?<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Sandra: <\/strong>Bei interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit geht es f\u00fcr mich in erster Linie darum eingefahrene Denkmuster, Herangehensweisen und Methoden zu durchbrechen. Das setzt immer eine gewisse Offenheit voraus die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und gewisse \u201edisziplinarische Wahrheiten\u201c als relativ anzuerkennen. Das macht einen Konsens sicher nicht immer leicht, aber man kann und darf auch voneinander lernen. Das ist meiner Ansicht nach, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Gestaltungserfordernisse einer digitalen Transformation, absolut notwendig.<\/p>\n\n<p><strong>Wir w\u00fcnschen euch viel Erfolg bei euren Pl\u00e4nen und h\u00f6ren dann in den kommenden Monaten mehr \u00fcber eure Fortschritte.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marvin Kastener und Sandra Kaczmarek im Interview zum Netzwerk der PhD School of Logistics. Im Jahr 2018 bot die Graduate School of Logistics zum dritten Mal die PhD School of Logistics \u2013 die Summer School der GSofLog \u2013 an. Marvin Kastner nahm als Promovend an der einw\u00f6chigen Summer School teil und wurde Mitglied im Forschungsnetzwerk. 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