Anton Ulrich

Studium: Logistik, TU Dortmund

Unternehmen: KHS GmbH
Betreuer: Frederic Nitka (KHS GmbH), Helena Piastowski (Fraunhofer IML)
Doktorvater: Prof. Dr. Michael Henke

Kontakt: Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4, 44227 Dortmund
Telefon: +49 231 755 8305
E-Mail: ulrich@gsoflog.de

Titel der Arbeit:

Proaktives Fehlteilmanagement in der dislozierten, standardisierten Kleinserienproduktion

Abstract

Hohe Produktvarianz verbunden mit schwankender Nachfrage im Auftragseingang sowie der Trend zu kurzfristigen Bestellungen stellen für Anlagenbauunternehmen eine zunehmende Herausforderung dar. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es notwendig, entlang der gesamten Wertschöpfungskette Prozesse zu verschlanken und Bestände zu reduzieren. Dadurch steigen jedoch die Anforderungen an die Materialverfügbarkeit. Fehlteile führen zu Verzögerungen im Produktionsprozess und verursachen mitunter hohe Kosten. Deshalb soll im Rahmen dieser Arbeit eine Methodik entwickelt werden, die proaktiv die Vermeidung von Fehlteilen im Anlagenbau sicherstellt.

Problemstellung

Die steigende Variabiliät der Erzeugnisse in der Abfüll- und Lebensmittelindustrie erfordert zunehmend den Einsatz von Individualmaschinen, wodurch die Fertigungskomplexität benötigter Anlagen steigt. Gleichzeitig führt der intensive Wettbewerb im Anlagenbau zu der Notwendigkeit kontinuierlicher Verschlankung und termingerechter Durchführung sämtlicher wertschöpfender Prozesse.
Die Verschlankung der Prozesse hat jedoch ambivalente Auswirkungen. Einerseits führt dies zu einer Effizienzsteigerung, andererseits können Störungen im Produktionsprozess nicht ohne Weiteres kompensiert werden. Insbesondere das Auftreten von Fehlteilen führt zu Verzögerungen im Produktionsablauf.
Die Ursachen für das Auftreten von Fehlteilen variiren stark und hängen von den jeweiligen individuellen Rahmenbedingungen vor Ort ab.
Für Unternehmen ist es deshalb von hoher Bedeutung, Produktionsprozesse so zu gestalten, dass Fehlteile möglichst proaktiv vermieden werden können. Denn proaktive Maßnahmen sind aufwandsärmer als reaktive Problemlösungen.

Bereits frühzeitig im Studium und durch meine Lehrstuhltätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft entdeckte ich meine Freude an der Forschung. Dabei war es mir immer wichtig, aktuelle Forschung mit betrieblicher Praxis zu verbinden. Dank der Graduate School kann ich dieses Ziel nun verwirklichen und in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen an einem spannenden Themenfeld forschen und praxisrelevante Lösungen entwickeln.

Aktueller Stand

Die Analyse und Kategorisierung der häufigsten Ursachen für das Auftreten von Fehlteilen bilden den ersten Schritt zum grundlegenden Problemverständnis. Deshalb werden zunächst sämtliche Einflussfaktoren auf die Materialverfügbarkeit sowie die Auswirkungen von Fehlteilen auf unterschiedliche Prozessebenen untersucht.

Ergebnis

Das Ziel der Dissertation ist die Entwicklung eines Modells zur proaktiven Vermeidung von Fehlteilen unter Verwendung phasenspezifischer Maßnahmen zur Sicherstellung einer hohen Materialverfügbarkeit.