Endric Hetterscheid

Studium: Wirtschaftsingenieurwesen, TU Dortmund

Unternehmen: thyssenkrupp Steel Europe AG
Betreuer: Dr. Ulrike Beißert (Fraunhofer IML); Wolfgang Meißner (thyssenkrupp Steel Europe AG)
Doktorvater: Prof. Dr. Michael Henke

Kontakt: Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4, 44227 Dortmund
Telefon: +49 231 755 8309
E-Mail: hetterscheid@gsoflog.de

Titel der Arbeit:

Kollaborative Planung und Steuerung in Supply Chains mittels Industrie 4.0

Abstract

Das Thema ‚Kollaborative Planung und Steuerung in Supply Chains mittels Industrie 4.0‘ befasst sich mit der Optimierung der Belegung von Anlagen und logistischen Ressourcen in integrierten Stahlwerken.

Problemstellung

Integrierte Stahlwerke verfügen über unterschiedliche Betriebe und Lagerstandorte, an welchen Zwischen- und Endprodukte hergestellt und gelagert werden. Für den Transport zwischen den Betrieben bzw. von und zu den Lagerstandorten werden Transportmittel und Ladehilfsmittel eingesetzt, welche auch für die Produktion in den einzelnen Betrieben zum Einsatz kommen. Diese Ressourcen werden durch die Betriebe disponiert, weil z.B. Kräne auch für den innerbetrieblichen Transport eingesetzt werden. Für die zwischenbetriebliche Transportplanung und -steuerung müssen daher die unterschiedlichen Planungsergebnisse und aktuellen Verfügbarkeiten der Transporthilfsmittel der einzelnen Betriebe berücksichtigt werden. Gleiches gilt auch für die Versorgung von Betrieben, wenn z.B. Vormaterial von einer vorgelagerten Fertigungsstufe oder einem Lagerstandort kurzfristig beschafft werden muss. Eine zentrale, betriebsübergreifende Disposition der Logistikressourcen ist nicht möglich bzw. sinnvoll, weil hierbei sämtliche produktionsrelevanten Restriktionen aller Betriebe berücksichtigt werden müssten. Aus Komplexitäts- und Organisationsgründen erfolgt daher die Disposition dezentral. In der heutigen Praxis kommt es jedoch oft vor, dass Transportmittel an der Abhol- und/ oder Entladestelle lange auf die Be- und/oder Entladung warten müssen.

Seit meinem Studienbeginn habe ich darüber nachgedacht, nach meinem Abschluss zu promovieren. Diese Absicht wurde durch meine Tätigkeiten als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Produktionssysteme sowie am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik bestärkt. Nachdem ich von dem interessanten Doktorandenprogramm der Graduate School of Logistics durch einen Studienkollegen gehört habe, stand mein Entschluss zu promovieren endgültig fest.

Eine kollaborative Planung und Steuerung der Anlagenbelegung sowie der logistischen Ressourcen für Beladung, Transport und Lagerung durch Organisationseinheiten aus der Produktionsprogrammplanung, der Produktionsbetriebe und der Logistik können zu erheblichen Verbesserungen hinsichtlich Logistikkosten und -leistungen führen.
Für diese neuartige Planung und Steuerung bieten sich Forschungsansätze aus dem Bereich Industrie 4.0 an: Dezentrale Disposition sowie permanente und unmittelbare Bereitstellung von planungs- und steuerungsrelevanten Informationen und verteilte Optimierungsansätze versprechen eine Verbesserung der Logistikperformanz. Ein zentraler Aspekt für die Entwicklung und Bewertung kollaborativer Konzepte sind die Zielgrößen und Entscheidungsregeln der einzelnen Produktions- und Logistikbetriebe.

Zielsetzung

In dieser Forschungsarbeit werden daher u.a. die folgenden Fragen untersucht:

  • Wie kann die verteilte, kollaborative Disposition mit Konzepten aus dem Bereich Industrie 4.0 erfolgen?
  • Wie wirken sich unterschiedliche Planungs- und Steuerungsstrategien der einzelnen Organisationseinheiten aus?
  • Wie kann ein Experimentierfeld zur Bewertung unterschiedlicher Ansätze zur verteilten Disposition gestaltet werden?

In der Forschungsarbeit wird mit quantitativen Methoden gearbeitet.