Dominik Schmitt

Studium: Angewandte Informatik mit Nebenfach Maschinenbau, TU Dortmund
Unternehmen: thyssenkrupp Materials Services GmbH, Logistics Controlling
Betreuer: Carola Ipsen (thyssenkrupp -Leiterin Logistik Controlling)
Doktorvater: Prof. Dr.-Ing. Markus Rabe

Kontakt: TU Dortmund, LogistikCampus, Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4, 44227 Dortmund
Telefon: +49 231 755 8308
E-Mail: schmitt@gsoflog.de

Titel der Arbeit:

Methode zur formalen Beschreibung und Umsetzung von Veränderungen in ereignisdiskreten Simulationsmodellen

Abstract

Monitoring-Werkzeuge übernehmen in Handelsnetzwerken wichtige Aufgaben zur Erkennung von Optimierungspotenzialen, indem sie bspw. mittels Simulation und Optimierung konkrete Maßnahmen vorschlagen.
Charakteristisch für die Simulation ist dabei, dass die Übersetzung von Maßnahmen in die detaillierte Gestaltung und Parametrierung des Netzwerks für jedes Experiment manuell durch den Anwender vorgenommen werden muss.
Um die Auswirkungen möglicher Maßnahmen schnell und zuverlässig bewertbar zu machen, ist es erforderlich, dass aus den vom Anwender erwogenen Maßnahmen die entsprechenden detaillierten Simulationsexperimente automatisiert generiert werden.

Problemstellung

In Handelsnetzwerken besteht ein stetiger Bedarf, sich wandelnden Anforderungen anzupassen, um eine möglichst optimale Ausrichtung der logistischen Prozesse und Strukturen zu gewährleisten. So können beispielsweise organisatorische Veränderungen, Sortimentsanpassungen oder die Änderung der Netzwerkstrukturen erforderlich werden.
In der Praxis werden oftmals operative Kennzahlen auf Basis aktueller Betriebsdaten verwendet, um die Leistung der Logistikprozesse und -strukturen bewertbar zu machen und mögliche Optimierungspotenziale zu identifizieren. Für die Überwachung relevanter Kennzahlen sind häufig entsprechende Monitoring-Werkzeuge im Einsatz, welche die Kennzahlen mit ihren Zielkorridoren abgleichen und Abweichungen aufzeigen.
Wurden Optimierungspotenziale aufgedeckt, sind entsprechende Maßnahmen zu bestimmen und durchzuführen. Um eine optimale Auswahl an Maßnahmen zu bestimmen und mögliche Interdependenzen zu berücksichtigen, werden häufig entsprechende Simulationswerkzeuge verwendet. Mit deren Hilfe lassen sich die Auswirkungen möglicher Maßnahmen computergestützt simulieren und auswerten, um so den Anwender bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Bei der Anwendung solcher Simulationswerkzeuge sind unterschiedliche Rollen involviert, wie beispielsweise die des Endanwenders und des Simulationsexpertens. Sind Änderungen am Simulationsmodell oder -szenario durchzuführen, beispielsweise durch das Erstellen neuer oder die Anpassung vorhandener Maßnahmen, sind diese regelmäßig durch den Simulationsexperten vorzunehmen. Heute ist noch kein automatisierter Mechanismus verfügbar, um aus den vom Anwender erwogenen Veränderungen automatisiert detaillierte Simulationsexperimente durchzuführen.

Mich hat das einmalige Konzept der Graduate School of Logistics überzeugt. So waren neben der fachlichen Betreuung durch Prof. Rabe und dem interdisziplinären Thema, das hohe Maß an Eigenverantwortlichkeit, Selbstorganisation und Flexibilität, sowie die wirtschaftsnahe Aufgabenstellung und Betreuung ausschlaggebend.

Ergebnis

Das Ziel dieser Forschungsarbeit ist die Beantwortung sowohl wissenschaftlicher, als auch praktischer Fragestellungen, wie u.a.:

  • Wie lassen sich Veränderungen am zugrundeliegenden Simulationsmodell formal beschreiben?
  • Wie lässt sich die Komplexität des Simulationsmodells ausreichend abstrahieren, damit eine intuitive Umsetzung von Veränderungen durch den Endanwender möglich wird?
  • Wie lassen sich aus den Veränderungen automatisiert detaillierte Simulationsexperimente generieren?