Florian Schlüter

Studium: Wirtschaftsingenieurwesen, TU Dortmund

Unternehmen: thyssenkrupp Steel Europe AG
Betreuer: Marcus Deckers
Doktorvater: Prof. Dr. Michael Henke

Kontakt: Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4, 44227 Dortmund
Telefon: +49 231 755 8311
E-Mail: schlueter@gsoflog.de

Titel der Arbeit:

Vorgehensmodell zur Etablierung eines datengestützten Supply Chain Risk Managements in der Stahlindustrie

Abstract

Es besteht ein Bedarf zur frühzeitigen Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken. Durch den Einsatz von Technologien der Industrie 4.0 wird es erstmals möglich den Eintritt potenzieller Risiken durch eine simultane und echtzeitnahe Überwachung von unterschiedlichen Datenquellen entlang der Supply Chain zu prognostizieren, zu bewerten und zu steuern. Das übergreifende Ergebnis der Arbeit ist daher ein Vorgehensmodell zur langfristigen Etablierung eines datengestützten Supply Chain Risk Managementsystems, das potenzielle Risiken erkennt und bewertet sowie steuert.

Problemstellung

Stahl wird mit teuren Produktionsanlagen und großem Materialeinsatz hergestellt.
Im Fall von unvorhergesehenen Ereignissen – beispielsweise die Blockierung von Eisenbahnstrecken oder der Ausfall vorgelagerter Produktionsanlagen – kann die Versorgungssicherheit der Anlagen gefährdet werden. Dies kann erhebliche negative Auswirkungen nach sich ziehen, weswegen das Management dieser Supply Chain Risiken von großer Bedeutung ist. Es fehlen jedoch Methoden mit denen systematisch möglichst alle Risiken identifiziert und verlässlich bewertet werden können. Ebenso besteht ein Bedarf zur frühzeitigen Identifikation von Risiken und korrespondierenden proaktiven (Risikovermeidung) und reaktiven (Schadensbegrenzung) Maßnahmen. Außerdem ist es den verantwortlichen Mitarbeitern häufig nicht möglich jedes identifizierte Risiko immer im Blick zu behalten und kontinuierlich zu evaluieren, weswegen auf das Konzept rollierender „Risiko-Inventuren“ zurückgegriffen wird und im Falle eines Eintritts eher ein Krisenmanagement anstatt Risikomanagement betrieben wird.

Das Interesse an einer Promotion bestand bei mir bereits nach Abschluss meiner Bachelorarbeit. Da ich meine Abschlussarbeiten in verschiedenen Unternehmen geschrieben habe, habe ich auch für meine Promotion nach einer praxisbezogenen Promotionsstelle gesucht. Auf die Graduate School of Logistics bin ich durch Recherche aufmerksam geworden und mich hat das Konzept direkt überzeugt, sodass ich mich sofort dafür beworben habe.

Aktueller Stand

Zurzeit bearbeite ich alle Teilaspekte der Arbeit parallel, je nach Arbeitsaufkommen und solange eine unabhängige Bearbeitung möglich ist. Auf der praktischen Seite stehen in der nächsten Zeit Workshops an, um die bereits in Expertengesprächen identifizierten Risiken aufeinander abzustimmen und darauf basierend eine Risikobewertung durchzuführen.
Des Weiteren arbeite ich parallel an konzeptionellen Ansätzen zur Zusammenführung von Industrie 4.0 Gestaltungsprinzipien und Technologien mit den Phasen des Supply Chain Risk Managements, zur Unterstützung bei der Ableitung von Digitalisierungsstrategien von einzelnen Risiken.

Ergebnis

Sowohl praktische als auch wissenschaftliche Fragestellungen werden im Rahmen der Arbeit beantwortet.Auf praktischer Seite werden zunächst die Fragen beantwortet welche Risiken entlang einer exemplarischen Supply Chain generell vorhanden sind und wo genau diese verortet werden.
Sowohl praktische als auch wissenschaftliche Bedeutung hat die Konzeptentwicklung für ein Industrie 4.0-Supply Chain Risk Management. Das Konzept liefert einen Überblick über vorhandene Technologien der Industrie 4.0 und wie diese im kombinierten Einsatz dazu genutzt werden können, um sowohl das Identifizieren, das Bewerten als auch das Steuern von Risiken bzw. Risikogruppen im Supply Chain Risk Management weitestgehend zu digitalisieren und zu objektivieren.
Ebenso wird eine Bewertungsmethodik vorgeschlagen, die die Vorteilhaftigkeit eines proaktiven Risikomanagements bewertet.
Das vierte Ergebnis der Arbeit ist ein sich durch den Ablauf der Untersuchung ergebendes Vorgehensmodell, welches es ermöglicht die angewendeten Methoden und die Konzeptinhalte sowohl horizontal als auch vertikal unternehmensübergreifend auszurollen.