Johannes Zrenner

Studium: Operations Management (Hochschule Reutlingen) & Wirtschaftsinformatik (Hochschule Heidelberg)

Unternehmen: Audi AG
Betreuer: Martin Katzhammer & Reinhold Biedermann
Doktorvater: Prof. Dr.-Ing. Boris Otto

Kontakt: Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4, 44227 Dortmund
Telefon: +49 231 9743657
E-Mail: zrenner@gsoflog.de

Titel der Arbeit:

Kollaboratives Datenmanagement zur Steigerung der Transparenz automobilwirtschaftlicher Liefernetzwerke

Abstract

Die Komplexität und Störanfälligkeit der automobilwirtschaftlichen Liefernetzwerke steigt weiterhin an. Aufgrund mangelnder Transparenz führt dies häufig zu Ineffizienzen und Versorgungsengpässen, welche in der Regel finanzielle Schäden für die Original Equipment Manufacturers (OEM) sowie deren Zulieferer zur Folge haben. Ziel ist es, mittels eines gemeinschaftlichen Lösungsansatzes eine Datenqualitätssteigerung der Liefernetzwerkinformationen zu erreichen. Hierfür wird ein Modell für das kollaborative Datenmanagement zur Steigerung der Transparenz automobilwirtschaftlicher Lieferketten entwickelt.

Problemstellung

Aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks, der Individualisierung der Kundenanforderungen und der stets hinzukommenden Fahrzeugfunktionalitäten fokussieren sich die OEM auf ihre Kernkompetenzen – die Entwicklung der Fahrzeuge und das Marketing. Die Reduzierung der Wertschöpfungstiefe beim Automobilhersteller hat globale und sehr komplexe Liefernetzwerke zur Folge. Die damit verbundene Erhöhung der Störanfälligkeit für Ereignisse, wie beispielsweise Naturkatastrophen, politische Unruhen oder die Insolvenz eines Lieferanten, führt häufig zu Versorgungsengpässen mit erheblichen finanziellen Auswirkungen. Aufgrund der mangelnden Informationstiefe über das Liefernetzwerk werden aktuell derartige Risiko- und Störfälle verspätet erkannt und somit auch erst deutlich verzögert versorgungssichernde Maßnahmen eingeleitet.

Aktueller Stand

Zunächst wurden bereits existierende Lösungsansätze analysiert und die relevanten Datenbedarfe sowie potenzielle Quellsysteme und Datenbanken identifiziert. Keine einzelne interne Datenquelle, noch die Kombination aus mehreren internen Datenquellen des OEM, ermöglicht eine ausreichende Datenqualität der Liefernetzwerkinformationen. Auch externe Datenquellen wie beispielsweise öffentliche Datenbanken, Datenanbieter oder die Zulieferer ermöglichen ausschließlich Transparenz über Bruchteile des Liefernetzwerks. So zum Beispiel verfügen Tier-1-Lieferanten über die Tier-2-Informationen, gleiches gilt zwischen Tier-2 und Tier-3. Um jedoch ein möglichst ganzheitliches digitales Abbild des Liefernetzwerks automatisiert zu erzeugen, ist die Konsolidierung verschiedenster interner und externer Datenquellen erforderlich. Die Eigenschaften der Datenquellen sind äußerst heterogen. Aus diesem Grund wurde eine Morphologie entwickelt, welche zur standardisierten Beschreibung dient und somit die Datenquellen vergleichbar macht.
In den nächsten Schritten wird der ereignisbasierte Datenaustausch von Liefernetzwerkstrukturinformationen zwischen den OEM und den Zulieferern konzipiert und verprobt.

Ein Kommilitone hat mir davon erzählt, dass es in Dortmund eine Graduate School gibt, die ein sehr praxisnahes Promotionsstudium inklusive eines Stipendiums aus der Wirtschaft anbietet. Auf der Internetseite der GSofLog habe ich dann festgestellt, dass ein Thema ausgeschrieben ist, das drei meiner Interessen vereint: Logistik, IT und die Automobilindustrie. Somit stand für mich fest, hierauf muss ich mich bewerben.

Ergebnis

Ergebnis ist ein Modell für das kollaborative Datenmanagement zur Steigerung der Transparenz automobilwirtschaftlicher Liefernetzwerke. Das Modell besteht aus insgesamt drei Bausteinen:
Datenkonzept: Dieser Baustein beschreibt das Datenmodell sowie die Datenverarbeitung.
Funktionskonzept: Der Baustein beinhaltet das Integrationskonzept sowie das Regelwerk für die Implementierung der Bestandteile des Datenkonzepts.
Fachkonzept: Dieses Teilmodell dient zur Anwendungsbeschreibung des kollaborativen Datenmanagements innerhalb der Geschäftsprozesse zur Steigerung der Transparenz automobilwirtschaftlicher Liefernetzwerke.

Meine Perspektive

Nach meinem Promotionsstudium möchte ich als Berater an der Schnittstelle zwischen der Logistik und der IT arbeiten. Das kann ich mir gut bei Audi oder bei einer Unternehmensberatung vorstellen. Dadurch möchte ich mich zum Experten für die Digitalisierung der Supply Chain entwickeln. Langfristig strebe ich eine leitende Position im Mittelstand an.