Isabel Bücker

Studium: Wirtschaftsingenieurwesen, TU Dortmund

Unternehmen: Audi AG Betreuer: Heiko Schultz (I/PL-6), Anne Hausherr (I/PL-6S)
Doktorvater: Prof. Dr.-Ing. Boris Otto

Kontakt: Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4, 44227 Dortmund
Telefon: +49 231 9743 557
E-Mail: buecker@gsoflog.de

Titel der Arbeit:

Industrie 4.0 Gestaltungsprinzipien für die Prozessorganisation in der Automobillogistik

Abstract

Dieses Doktorandenprojekt thematisiert die Konfrontation von Unternehmen in der Automobilindustrie mit den Herausforderungen und Auswirkungen der jüngsten Markt- und Umfeldveränderungen, welche im deutschsprachigen Raum weitläufig als vierte industrielle Revolution bezeichnet werden. Um den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen ihre aktuellen Prozesse und Geschäftsaktivitäten überdenken und hin zu Industrie 4.0 transformieren. Dieses Dissertationsprojekt unterstützt bei der Transformation bestehender Prozessorganisationen durch die Entwicklung von Gestaltungsprinzipien und methodischer Anleitung bei dem Transformationsprozess.

Es fasziniert mich, an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis zu arbeiten, deswegen habe ich mich nach meinem Masterabschluss für ein Doktorandenprojekt bei der Graduate School of Logistics entschieden. In der Graduate School wird es mir ermöglicht meine wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in der Praxis mit meinem Forschungspartner anzuwenden

Problemstellung

Zurzeit sehen sich Unternehmen mit einer Vielzahl von Markt- und Geschäftstreibern konfrontiert. Beispiele sind die Erschließung globaler Märkte und eine steigende Individualität der Kundenanforderungen, die sich in einer höheren Modellvielfalt, einer wachsenden Zahl an Varianten sowie sinkenden Produktlebenszyklen niederschlägt. Gleichzeitig ist eine steigende Digitalisierung der Produkte selbst, der Produktionsprozesse sowie der Geschäftsbeziehung zum Kunden zu beobachten. In dieser Situation hat die Logistik verschiedene, teilweise gegenläufige Anforderungen zu erfüllen, namentlich die Steigerung der Wandlungsfähigkeit, die Erhöhung der Transparenz, die Verkürzung der Planungshorizonte, die Versorgung eines wachsenden Produktionsnetzwerks sowie die Steigerung der Effizienz logistischer Prozesse.

Das Doktorandenprojekt setzt sich mit der Konfrontation von Unternehmen in der Automobilindustrie mit diesen Herausforderungen und Auswirkungen der jüngsten Markt- und Umfeldveränderungen auseinander. Im Fokus der Betrachtung dieser Arbeit stehen die Implikationen und Anforderungen für die Prozesse und deren Auswirkungen auf das Management von Prozesse

Durch die Analyse von Industrie 4.0 Use Cases sowie durch Expertengespräche gelang es Industrie 4.0 mit Hilfe von Gestaltungsprinzipien zu beschreiben. Auf Basis dieser Gestaltungsprinzipien konnten Industrie 4.0 Handlungsfelder entwickelt werden, welche in Workshops die Grundlage für die Entwicklung von Industrie 4.0 Prozessvisionen bildeten. Durch die Durchführung mehrerer Workshops gelang es eine Methode zur Industrie 4.0 Prozesstransformation zu entwickeln, welche Unternehmen unterstützt ihre operativen Prozesse zu analysieren und hin zu Industrie 4.0 zu modellieren. Darüber hinaus gelang es Gemeinsamkeiten aus den Industrie 4.0 Prozessvisionen abzuleiten und Gestaltungsprinzipien für die Gestaltung und das Management von Industrie 4.0 Prozessen zu entwickeln. Diese Gestaltungsprinzipien werden im nächsten Schritt validiert, sodass sie als Grundlage für die Gestaltung von Industrie 4.0 Prozessorganisationen genutzt werden können.

Ergebnis

Das Ziel der Dissertation ist es, Gestaltungsprinzipien für die Prozessorganisation in der Automobillogistik zu entwickeln, die bei der Transformation hin zu Industrie 4.0 unterstützen. Die Arbeit leistet einen Beitrag sowohl für die Praxis als auch für die Wissenschaft. Der Nutzen der Praxis resultiert vornehmlich aus der Erarbeitung eines terminologischen und konzeptionellen Ordnungsrahmens, der Konzeption von Gestaltungsprinzipien sowie der methodischen Unterstützung bei der Transformation der Prozessorganisation hin zu Industrie 4.0. Der Erkenntnisgewinn aus wissenschaftlicher Sicht ergibt sich aus dem analytischen Beitrag der Arbeit und den präskriptiven Ergebnissen andererseits. Die Arbeit schafft eine theoretische Grundlage für den Entwurf moderner logistischer Prozesse und deren Management.

Meine Perspektive

Durch die Promotion an der Graduate School of Logistics gelingt es mir Einblicke und Erfahrungen sowohl in der wissenschaftlichen Arbeitswelt als auch in der Industrie zu sammeln. Nach erfolgreich abgeschlossener Promotion strebe ich zunächst eine Karriere in der Industrie an, um die erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten meines Doktorandenprojektes praxisorientiert umzusetzen.