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Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht: Konferenz in Granada

Christina Bredebach ist Stipendiatin in Kooperation mit 4OPMC Service GmbH und promoviert zum Thema Nachhaltigkeit in der Instandhaltung. Im Januar 2022 stellte sie auf der Konferenz zu Ökologischer, Kultureller, Ökonomischer und Sozialer Nachhaltigkeit an der Universität Granada ein wissenschaftliches Paper mit einem Vortrag der wissenschaftlichen Community vor. Ein paar Impressionen ihrer Reise, bei der sie von Tobias Rösner begleitet wurde, teilt sie mit uns.

Nach der Ankunft die obligatorische „Free Walking Tour“, geleitet von einer Tourismus-Studentin, die uns die Geschichte von Granada nähergebracht hat. Dabei konnten wir viel über Kultur und Architektur lernen, sowie darüber, wie drei Religionen die Stadt für sich beanspruchten.
Der Weg auf den Aussichtspunkt war zwar steil, hat sich aber gelohnt: Granada ist bekannt für die Alhambra, eine Festung, die nach der Eroberung von Granada im Mittelalter von Mauren erbaut wurde. Sie gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Europas.
Was selbstverständlich nicht fehlen darf: Kaffee. Hier ein seltenes blaues Exemplar (die Färbung kommt von Algen und war so bestellt 😉). Kommentar der Kaffee-Gourmets zu Granada: 9/10 (hervorragender Kaffee in Spezialitätencafés, von denen es sehr viele gibt, ansonsten eher bitter.)
Nachdem wir Düsseldorf bei etwa fünf Grad verlassen hatten, bot Granada mit blauem Himmel, Palmen und bis zu 18°C eine schöne Abwechslung.






Am Mittwoch startete die Konferenz zu Ökologischer, Kultureller, Ökonomischer und Sozialer Nachhaltigkeit an der Universität Granada, die übrigens schon fast 500 Jahre alt ist. Nach einem Kaffee und einem kleinen Frühstück gab es ein „Welcome-Meeting“, bei dem die Organisatoren der Konferenz sich vorgestellt haben. Jeden Morgen gab es außerdem einen Vortrag eines eingeladenen Experten, wobei wir viel über die Rolle von Hochschulen in der Nachhaltigkeit lernen konnten. Anschließend fanden in kurzen Blöcken die Vorstellungen der wissenschaftlichen Präsentationen statt, die thematisch breit gestreut waren. So konnten Experten gefunden werden zur Rolle des Weltalls bei Nachhaltigkeit, bis hin zu Urban Gardening in Überseecontainern an einer amerikanischen Hochschule. Die Vorträge waren allesamt spannend und augenöffnend. Der Ansatz „Disruption statt Adaption“ regt zum Nachdenken an – und kann möglicherweise ein Ansatz sein, den wir in unseren Dissertationen verfolgen können. Natürlich haben wir direkt zu Beginn die Frage diskutiert, ob es richtig ist, zu einer Nachhaltigkeitskonferenz zu reisen. Vielleicht war die Argumentation einseitig, da wir schließlich alle hingereist sind, aber der persönliche Austausch, der erfahrungsgemäß in Online-Konferenzen so nicht möglich ist, hat das Verständnis von Nachhaltigkeit und Lösungsansätzen hergestellt, sodass wir sicher durch eigene Ansätze in Zukunft die Reise wieder ausgleichen können 😉.
In diesem Gebäude der Universität von Granada fand die Konferenz statt. Anders hätte ich mir einen spanischen Campus vermutlich nicht vorgestellt.
Das obligatorische Erinnerungsfoto nach unserer Präsentation zum Thema „Measuring Sustainability: "A framework for implementing UN Sustainable Development Goals in corporate strategy using a sustainable Balanced Scorecard“. Nachdem ich zu Beginn der Konferenz sehr viel Respekt vor den anderen Teilnehmern hatte, die sicherlich viel mehr Erfahrung und Wissen als ich haben, habe ich schnell festgestellt, dass eine Konferenz kein Wettbewerb ist, sondern eine schöne Möglichkeit, sich mit anderen Wissenschaftlern auszutauschen, seine eigene Arbeit durch kritische Fragen weiterzuentwickeln, Kontakte zu knüpfen und seinen eigenen Horizont zu erweitern. Während Veranstaltungen neben den Vorträgen, wie beispielsweise das Conference Dinner oder der „Abschiedscocktail“, konnten wir viele informelle Gespräche mit interessanten Menschen führen, zum Beispiel über Nachhaltigkeit in der Architektur und Zugang zu Wasser in Südafrika.
Am letzten Tag haben wir einen Field Trip unternommen, in einen Außenbezirk von Granada, um uns sowohl die Landwirtschaft als auch Nachhaltigkeitsprojekte anzuschauen. Neben dem ein oder anderen SUV :-) konnten wir auch diesen spanischen Cowboy auf einem Esel beobachten. Spannend waren insbesondere die Bewässerungssysteme der Felder, mit Wasser von den Gletschern (dazu gleich mehr), das mechanisch auf die Felder geleitet werden kann. Außerdem wurde ein Community-Projekt vorgestellt, bei dem Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet wurden, um Häuser im Umkreis von 500 m mit Strom zu versorgen.
Auf dem Weg durch Granada, am letzten Tag vor der Abreise, konnten wir ein kleines Karussell beobachten. Die Figuren waren aus Holz und betrieben wurde es durch einen Radfahrer: Die Kette des Fahrrads trieb das Karussell an, parallel lief eine kleine Sanduhr, die genau anzeigte, wie lang die aktuelle Fahrt noch gehen soll. Die Kinder waren mindestens so begeistert wie wir, in der Innenstadt ein so nachhaltiges Projekt beobachten zu können!
Nochmal zurück zum Gletscher: Das ist der Ausblick von der Dachterrasse gewesen. Während ich also an meinem ersten Sonnenbrand des Jahres gearbeitet habe, konnten wir das Skigebiet von Granada, die Sierra Nevada, das höchste Gebirge Spaniens, beobachten. Das erklärte übrigens auch, warum bei der Wärme draußen Menschen in Skianzügen rumgelaufen sind. 

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