Quantitative, Qualitative und Mixed Methods

Um die Forschungsfragen eures Promotionsvorhabens zu beantworten, geht ihr methodisch vor. Ob für euch ein quantitatives, ein qualitatives oder eine Kombination von Methoden zielführend ist, hängt von der Fragestellung ab. Wir geben euch eine Einführung und einen Überblick, damit ihr möglichst schnell einen passenden Ansatz findet.

Quantitative Forschung

Wollt ihr Hypothesen oder Theorien überprüfen, eigenen sich quantitative Methoden. Hierbei wird eher auf eine große Menge von numerischen Daten gesetzt. Diese werden statistisch und standardisiert analysiert. Bei der Datenerhebung, -auswertung und -interpretation geht ihr also strukturiert vor. Die Daten werden entweder über standardisierte Fragebögen, Experimente (beispielsweise auch Simulationen, oder mathematische/statistische Modelle) oder Inhaltsanalysen erhoben.

Euer Ziel ist es, allgemeingültige Aussagen zu treffen oder Beziehungen/Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Variablen zu identifizieren.

Qualitative Forschung

Wollt ihr Hypothesen und Theorien generieren, setzt ihr auf qualitative Forschungsmethoden. Dabei arbeitet ihr mit einer vergleichsweise geringen Stichprobengröße, also einer kleinen Menge von Daten. In der Logistik werden beispielsweise Interviews mit spezifischen Fachverantwortlichen geführt. Qualitative Interviews sind im Gegensatz zu quantitativen nicht standardisiert. Detaillierte Antworten sind genau wie offene Fragen möglich. Das Verhalten bzw. die Interaktion von Teilnehmenden kann im Sinne einer Beobachtung erfasst werden. Inhaltsanalysen mit Hilfe von KI wären beispielsweise ebenfalls möglich. Hierbei werden Dokumente oder auch Systemeinträge wie Kundenchats oder Beschwerden analysiert.

Die qualitative Forschung ermöglicht euch ein exploratives Vorgehen, da ihr auch mit nicht-repräsentativen Stichproben arbeiten könnt, um eure Hypothesen aufzustellen. Diese könnt ihr im Anschluss mit quantitativen Methoden validieren.

Mixed Methods Forschung

Es liegt auf der Hand, hierbei werden quantitative und qualitative Methoden systematisch miteinander kombiniert. Dieses Forschungsdesign ermöglicht es euch eine Forschungsfrage aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Ein solches Forschungsdesign ist in der Logistik nicht selten sinnvoll. Häufig sind Prozesse messbar (Durchlaufzeiten, Bestände, Kosten), aber auch sozial-organisatorisch geprägt (Akzeptanz neuer Technologien, Anreizsysteme, Transformation). Möchtet ihr beispielsweise die Einführung einer neuen Technologie und ihren Einfluss auf Prozesse und Mitarbeitende untersuchen, versucht ihr ein komplexes, logistisches Problem zu analysieren und seid mit einem Mixed-Methods-Ansatz gut bedient.

Forschungsdesign

Das Forschungsdesign legt fest, wie ihr eure Forschungsfragen beantworten möchtet. Im Kern beschreibt es also, mit welchen Methoden, Daten und mit welcher Logik ihr vorgeht. Die Kurzbeschreibung macht bereits deutlich, dass ihr euer Forschungsdesign erst festlegen könnt, wenn eure Forschungslücke gefunden und eure Forschungsfragen präzisiert sind. Bis ihr an diesen Punkt kommt, können schon mal 6-12 Monate vergehen, dann aber sollte das Forschungsdesign Priorität haben.

Trefft die Entscheidung zur methodischen Auswahl nicht zu früh. Prüft erst, welche Daten es gibt, ob die Variablen messbar sind und ob der Untersuchungsgegenstand überhaupt quantifizierbar ist. Andernfalls lauft ihr Gefahr euch zu verzetteln und nehmt unnötige Umwege in Kauf.