» DieZehn: 10 außergewöhnliche Doktoranden

DieZehn: 10 außergewöhnliche Doktoranden

von | 31. März 2020 | Die Zehn, News und Events

  1. Rosemarie Achenbach erfüllte sich mit 79 Jahren den Wunsch nach einem akademischen Studium und schloss 2004 an der Universität Siegen ihr Magister in Philosophie ab. Heute promoviert sie im Alter von 95 Jahren zum Thema „Der Tod in der Philosophie“. „Vor allem genieße ich, dass ich jetzt nicht mehr das tun muss, was andere von mir erwarten“, so die Doktorandin. (Quelle: Tageschschau24)
  2. Ingeborg Syllm-Rapoport schrieb 1938 als Assistenzärztin an der Hamburger Universitätsklinik Ihre Dissertationsschrift über Diphtherie. Die mündliche Prüfung wurde aber vom damaligen Nazi-Regime verhindert. Zufällig erfuhr Prof. Dr. Dr. Uwe Uwe Koch-Gromus vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf von dem Fall und nahm Kontakt auf. Im Jahr 2015 verteidigte dann Ingeborg Syllm-Rapoport in ihrer Wohnung ihre Arbeit mit dem Titel „Der Einfluss von Adrenalin, Pilocarpin, Calcium, Kalium und Barium auf den überlebenden Meerschweinchen-Dünndarm bei normalen diphtheriekranken Tieren“. Zu diesem Zeitpunkt war Sie bereits 102 Jahre alt. (Quelle: ARD Alpha)
  3. Vielen fällt es schwer, sich auf das wesentliche zu fokussieren. Der Historiker Joachim Schuhmacher kam dadurch ins Guiness-Buch der Rekorde! Seine Dissertationsschrift umfasste 2.200 Seiten und ist somit die längste Promotionsschrift der Welt. Dies ist nur die gekürzte Fassung, ursprünglich hatte die an der Universität Konstanz eingereichte Arbeit über die Entwicklung des Segelsportes sogar einen Umfang von 2.654 Seiten. (Quelle: Spiegel.de)
  4. Das Gegenbeispiel folgt direkt: Habe ich zu wenig geschrieben? Wie viele Seiten hat eigentlich eine Dissertation? Das sind Fragen mit denen sich Promovenden auseinandersetzen. Die wohl kürzeste Dissertationsschrift wurde von Maryam Khaleghi mit dem Titel „Natural remedies for impotence in medieval Persia“ an der Universität Münster eingereicht. Sie soll einen Umfang von nur drei Seiten haben. (Quelle: dnb.de)
  5. Peter Scholze gehört zu den herausragenden Mathematikern unserer Zeit. Er absolvierte in Rekordzeit sein Studium, sowie seine Promotion. Im Jahr 2012 reichte er seine Dissertation mit dem Titel „Perfectoid Spaces“ ein und wurde bereits zum Wintersemester 12/13 als Professor berufen. Aufgrund seiner überdurchschnittlichen wissenschaftlichen Leistungen während seines Studiums und der Promotion brauchte er die Habilitation nicht extra abzulegen. (Quelle: spiegel.de)
  6. Die damals 39-jährige Dorothea Erxleben aus Quedlinburg legte als  erste deutsche Frau am 6. Mai 1754 an der Universität Halle an der Saale ihre Doktorprüfung ab. Der deutsche Titel der Dissertation lautet: „Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten“. (Quelle: welt.de)
  7. Im Jahre 1900 promovierte Ernst Kegel mit dem Thema  „Zur Frage der Constitution der Paraoxyazokörper“. Er war der erste „Doktoringenieur“, wie es damals hieß, weltweit. Verliehen wurde der Titel von der chemischen Abteilung der Technischen Hochschule Dresden und auch Kegel selbst war Chemiker. (Quelle: Wikipedia)
  8. Promovenden forschen viele Jahre in einem Themengebiet und einige der zukünftigen Doktoren nutzen die Erkenntnisse zur Gründung eines eigenen Unternehmens – so wie Sascha Feldhorst, der Geschäftsführer der MotionMiners GmbH. Für seine Dissertation mit dem Titel „Automatische Aktivitäts- und Kontexterkennung zur Analyse des Kommissionierprozesses“ erhielt er den Wissenschaftspreis Logistik 2019. „Bei seiner Dissertation handelt es sich um einen der seltenen Fälle, in denen eine Doktorarbeit unmittelbar in ein Start-up und in ein Produkt zur automatisierten Analyse manueller Arbeitsprozesse mithilfe von Inertialsensoren und Machine-Learning-Algorithmen überführt werden konnte“, fasste Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel, Vorstandsmitglied der GSofLog, der die Arbeit betreute, das Vorhaben zusammen.
  9. Auslandsaufenthalte sind nichts Besonderes mehr für Doktoranden. Der (geografische) Südpol bleibt jedoch ein besonderer Aufenthaltsort. Im Oktober 2017 reiste Johannes Werthebach von der TU Dortmund zum Neutrino-Observatorium IceCube in der Antarktis und blieb ein Jahr lang in der Amundsen-Scott South Pole Forschungsstation, um an seiner Dissertation zu schreiben. (Quelle: TU Dortmund)
  10. Khashayar Khazraei war der erste Dr.-Ing. der Graduate School of Logistics. Sein Thema „Design, Organization and Implementation of a Methods Pool and an Application Systematics for Condition Based Maintenance“ ist auch heute noch aktuell.

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