» DieZehn: 10 Irrglauben von Unternehmern

DieZehn: 10 Irrglauben von Unternehmern

von | 11. August 2020 | Die Zehn, News und Events

Manche Aussagen halten sich vehement. Kein Wunder, denn Änderungen bedeuten auch immer Anstrengung und Unsicherheit. Der Mensch ist von Natur aus träge und mag geregelte Abläufe. Deshalb werden häufig neueste Entwicklungen unterschätzt. Wir haben für Sie zehn Irrglauben aus der Wirtschaft zusammengefasst.

1. Digitalisierung ist an hohe Investitionen gekoppelt.

Digitalisierung ist viel mehr, als nur die Investition in neue Technologien. Es geht darum, die Prozesse effizienter zu gestalten und Strukturen miteinander zu vernetzen. Neue Technologien, Software und Hardware können dabei unterstützen. Aber es braucht auch entsprechende Managementansätze und ein Hinterfragen bestehender Prozesse. Oft lassen sich schon mit kleinen Investitionen große Änderungen bewirken.

2. Wir brauchen keine Marken, gute Produkte verkaufen sich von selbst.

Besonders im Mittelstand hält sich der Irrglaube, dass sich gute Produkte von selbst verkaufen und Marken bloß unnötige teuer sind. Marken seien was für die großen Player. Dabei schaffen Marken Vertrauen und binden die Kunden, aber auch die Mitarbeiter. Eine starke Marke hat eine anziehende Wirkung. Identifikation ist das Schlagwort und damit geht automatisch eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit einher. Ihr Unternehmen oder Produkt wird zu „Jemandem“ und sie sind nicht beliebig austauschbar.  

3. Erfolg hängt vom Namen ab.

Das dachte Kodak auch. Jeder weiß sofort wofür der Name steht. Aber leider verpasste das Unternehmen sein Geschäftsmodell anzupassen und setzte damit die Marktführerschaft aufs Spiel. Sie nahmen die Digitalisierung von Kameras nicht ernst und stellten zu spät ihre Produktion um. Weder der Name, noch die Qualität der Produkte waren das Problem. Auch heute ist der Name bei allen ein fester Begriff, dies spiegelt sich aber nicht mehr in den Umsätzen.

4. Das hat schon immer funktioniert, wird es auch weiterhin.

Das Beispiel von Kodak zeigt auch, eine ständige Bereitschaft sich zu wandeln und Marktbedürfnisse zu erkennen, darf nicht unterschätzt werden. Letztendlich entscheidet der Kunde. Dieser wählt die komfortabelste Variante. Neue Geschäftsmodelle sollten also frühzeitig angegangen werden.

5. Unser Unternehmen braucht keine Vision.

Eine klare Sicht der Unternehmensführung, in welche Richtung sich Ihre Organisation mittel- bis langfristig entwickelt, schafft Anreize und erhöhte Aufmerksamkeit für und von Ihren Mitarbeitern. Wenn Ihr Personal weiß, wohin der Weg gehen soll, können Kräfte gebündelt werden und Sie können gemeinsame in die Zukunft blicken. Ein konkreter Plan und ein Ziel helfen dabei den richtigen Weg zu finden.

6. Gut funktionierende Steuerungsprozesse und Strukturen lasse sich eins zu eins auf Tochtergesellschaften übertragen.

Was in Deutschland gut funktioniert, muss nicht zwingend auch im Ausland funktionieren. Hier herrschen ganz andere Regeln. Auch die Mentalität der Mitarbeiter ist eine andere. Überdenken Sie Strukturen und Prozesse für jeden Standort also genau.

7. Plattformen betreffen unser Geschäft nicht.

Alle sprechen von der neuen Plattformökonomie, aus Ihrer Sicht betrifft das aber nicht jede Branche. Weit gefehlt. In jeder Branche entwickeln sich Plattformen und hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie im B2B- oder B2C-Geschäft tätig sind. Die übergreifende Vernetzung wird die kommenden Jahre prägen – insbesondere in der Logistik. Es ist also nur sinnvoll, frühzeitig eine Plattformstrategie zu entwickeln.

8. Das richtige Tool führt zum Erfolg.

Mit dem richtigen Softwaresystem starten Sie durch in die digitale Arbeitswelt der Zukunft? Das wäre doch etwas kurz gedacht. Wichtig ist eine Ausarbeitung der unternehmerischen Prozesse und Methoden. Erst wenn diese definiert sind, können Werkzeuge ausgewählt werden, die optimal unterstützen. Manchmal macht eine integrierte Toolsuite Sinn, manchmal können sich mehrere Einzellösungen sinnvoll ergänzen.

9. Bitcoin und Blockchain ist doch das Gleiche.

Bitcoin ist eine digitale Währung und Blockchain ist, vereinfacht, eine Verschlüsselungstechnologie. Blockchain bringt ein großes Potenzial mit, wird aber in Zukunft auch bei der Plattformökonomie bzw. bei der noch umfassenderen Silicon Economy eine große Rolle spielen. Sie wird Unsicherheiten minimieren und Vertrauen beim Austausch von Daten, Informationen, Gütern und Werten jeder Art schaffen. Sie kann auch die Grundlage für weitere digitale Währungen sein.

10. Ab heute sind wir agil.

Agile Führung ist durchaus wichtig und wird in Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung auch notwendig. Sie zur Verschleierung von schlechten Strukturen einzusetzen, ist aber nicht erfolgsversprechend. Agile ist eine Kultur, ein übergreifendes Leitbild und muss gelebt werden. Man wird nicht von heute auf morgen agil. Prozesse, Strukturen, Aufgaben und Funktionen müssen klar definiert werden. Dann braucht es viel Geduld.

Ein lebenslanger Lernprozess soll das Gehirn jung und den Geist fit halten. Ein Lernprozess kann aber in vielerlei Hinsicht ablaufen – einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess auf allen Ebenen des Unternehmens zu denken, kann dazugehören. Neues macht Spaß und stellt das Gehirn immer wieder vor gedankliche Herausforderungen. Also: Umdenken und loslegen!

Diesen Beitrag teilen:

Auch interessant:

Multitalent als Studentische Hilfskraft gesucht!

An der Technischen Universität Dortmund ist an der Fakultät Maschinenbau an der Graduate School of Logistics zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer Studentischen Hilfskraft mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 14 Stunden zu besetzen. Du packst an? Du kannst...

Neues Stipendium: Instandhaltungsfreie Produktion

Promovieren in drei Jahren, an Fragestellungen aus der industriellen Praxis und in einem umfassenden wissenschaftlichen Netzwerk? Das geht – mit einem Stipendium in der Graduate School of Logistics (GSofLog) in Dortmund. Bewirb dich auf ein Stipendium und werde...

Herzlich willkommen an der GSofLog!

Tobias Rösner hat zum 1. September 2020 sein Stipendium in der Graduate School of Logistics gestartet. Nach seinem Master of Engineering an der Jade Hoschule, ging er in die Praxis zur Daimler AG in Böblingen und wagt nun den Schritt zurück in die Wissenschaft. Seine...