Mit EURO-CHAIN ist am Wissenschaftsstandort Dortmund eine neue Initiative zum Aufbau des Europäischen Blockchain-Instituts in Nordrhein-Westfalen gestartet. Das Vorhaben bildet eine wichtige Säule auf dem Weg in eine neue Ökonomie – der Silicon Economy. Die Digitale Transformation hat Auswirkungen auf gesellschaftliche, politische, soziale, wirtschaftliche und rechtliche Bereiche, deshalb unterstreicht Prof. Michael Henke mit „Technologie allein wird eine neue Ökonomie nicht prägen“ zurecht die große Bedeutung des Managements. Zwar steht in der neuen Initiative EURO-CHAIN die Blockchain-Technologie im Fokus, aber eben nicht nur. Es geht vor allem auch um den Aufbau neuer Geschäftsmodelle, einen manipulationssicheren Datenaustausch und ganzheitliche Lösungsansätze für die Wirtschaft in NRW, Deutschland und Europa.

Wir haben für Sie zehn Ziele von EURO-CHAIN zusammengefasst:

  1. EURO-CHAIN zum Aufbau des Europäischen Blockchain-Instituts steht für anwendungsorientierte Blockchain-Forschung in Europa. Einschlägige wissenschaftliche Communities werden zusammengebracht und gemeinsame Ergebnisse in die unternehmerische Praxis transferiert.
  2. Dafür wird das Europäische Blockchain-Institut OpenSource-Lösungen für Software, Hardware und Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain-Technologie für die Domäne Logistik und Supply Chain Management entwickeln und zur Verfügung stellen.
  3. In diesem hochkomplexen Anwendungsfeld mit viele verschiedenen Akteuren, wirtschaftlich unabhängigen Partnern, zahlreichen Haftungs- und Gefahrenübergängen und einer Vielzahl von Prozessen über die gesamte Wertschöpfungskette, soll die Blockchain-Technologie zur Schlüsseltechnologie beim Datenaustausch werden, die Manipulationssicherheit gewährleisten und damit Vertrauen schaffen.
  4. Blockchain soll zur Enabler-Technologie für beispielsweise das Internet of Things (IOT) und den Einsatz von Künstliche Intelligenz (KI) werden.
  5. Bestehende Insellösungen sollen aufgelöst werden. Das Europäische Blockchain-Institut möchte eine Ende-zu-Ende Betrachtung etablieren, offene und ganzheitliche Lösungen entlang vollständiger Wertschöpfungsprozesse entwickeln und dabei disziplinen- und länderübergreifend arbeiten.
  6. Das Blockchain-Institut wird als Organisation die technologischen Grundlagen, die Managementgrundlagen und -methoden und Blockchain-Standards für eine vernetzte Infrastruktur sowie eine offene Anwendungsumgebung für KI-Services und neue Geschäftsmodelle schaffen.
  7. Zu dieser Infrastruktur gehört der Aufbau eines sogenannten Blockchain-Brokers, der eine diskriminierungs- und barrierefrei Teilnahme unterschiedlicher Akteure aus Wissenschaft und Praxis sicherstellt. Damit fügt sich die Initiative in das Gesamtbild der Silicon Economy am Logistikstandort Dortmund und tritt in eine wechselseitige Integration mit dem IOT- und Logistics Broker. Gemeinsam bilden die drei Broker die Basis der geplanten IT-Architektur zur Verwirklichung der neuen Ökonomie.
  8. Ebenfalls Standards für Smart Contracts werden etabliert, damit auf allen Ebenen der neuen Ökonomie ein automatisierter und sicherer Zahlungs- und Verhandlungsrahmen geschaffen wird.
  9. Mit den Vorhaben der neuen Initiative wird die Grundlage für zahlreiche neue und digitale Geschäftsmodelle geschaffen. Die Kommunikation mit Kunden, Partnern und Zulieferern wird optimiert und eine Transparenz über die komplette Supply Chain für eine optimierte Kundenzentrierung geschaffen.
  10. Neben der aufgeführten Ziele, steht aber auch das Bilden eines allgemeinen und gemeinsamen Verständnisses über alle Akteure und für die breite Öffentlichkeit im Fokus. Der abstrakte Begriff „Blockchain“ wird praktisch greifbar. Demonstratoren und Umsetzungsbeispiele aus der Wirtschaft zeigen den konkreten Mehrwert der Technologie und ihrer Potenziale auf. So schafft EURO-CHAIN für alle ein verständliches Bild des bisherigen Hype-Begriffes.

Ansprechpartner:

Dr. Philipp Sprenger

EURO-CHAIN (Europäisches Blockchain-Institut in NRW)

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik