» Wissenshäppchen #11: Social Networked Industry

Wissenshäppchen #11: Social Networked Industry

Der Begriff „Social Networked Industry“ setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen die vernetzte Industrie (Networked Industry) und zum anderen das soziale Netzwerk (Social Network). Häufig entsteht vor dem Hintergrund einer Smart Factory eine Vision von menschenleeren Fabriken. In einer Social Networked Industry stehen die Menschen jedoch im Fokus. Sie interagieren mit intelligenten Maschinen und neuen Technologien. Der Begriff beschreibt also eine vernetzte und soziale Arbeitswelt, die den Menschen braucht und dem Menschen dient.

Mensch und Technik werden in neuartiger Weise miteinander verbunden. Die eingesetzten digitalen Technologien sollen den Menschen sinnvoll unterstützen, seine Produktivität und Zufriedenheit steigern. Geräte wie Datenbrillen oder Tablets ermöglichen es den Beschäftigten zunehmend, mit intelligenten und vernetzten Maschinen zu interagieren. Alle technischen Entwicklungen werden dabei mit neuesten arbeitssoziologischen Erkenntnissen abgeglichen. Arbeitsplätze sollen ergonomisch sein. Das fängt an bei höhenverstellbaren Arbeitstischen, geht über digitale Assistenten, die einer kognitive Ergonomie dienen, bis hin zu Exoskeletten, die den Köper beim Heben, Tragen und Bücken aktiv unterstützen.

Konkrete Beispiele sind die vorausschauende Instandhaltung mit Hilfe von Augmented Reality Brillen, die Einarbeitung von neuen Kommissioniermitarbeiter/innen durch Virtual Reality Real-Spielumgebungen, die gefahrlose Zusammenarbeit von Mitarbeiter/innen mit Transportrobotern und autonomen Drohnen oder Assistenzsysteme für Produktions- und Lagermitarbeiter/innen.

Grundlage für ein Social Networked Industry ist das Internet der Dinge, das die Vernetzung der Technologie und damit die Vernetzung der Industrie ermöglicht. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz entstehen dann auch selbstlernende Systeme, die dem Menschen assistieren. Durch soziale Netzwerke werden die Transparenz und die Effizienz der Zusammenarbeit gesteigert. Im Ergebnis können hochflexible hybride Dienstleistungen erbracht werden und neue digitale Geschäftsmodelle entstehen.

Die Social Networked Industry ist kein Gegenkonzept zur Silicon Economy – der Plattformökonomie der Zukunft – sondern ein wesentlicher Bestandteil. Sie wird zum sozialen Netzwerk und als organisatorische Plattform für Mensch und Technologie gesehen. So wird das Informations- und Metadatenmanagement vereinfacht, ein Framework für die Integration der Technologie geschaffen und eine transparente Verteilung von Daten und Stati ermöglicht.

Diesen Beitrag teilen:

Auch interessant:

Wissenshäppchen #12: Hybride Dienstleistungen

In den meisten Branchen wird der Umsatz nicht mehr durch klassische Produkte erzielt, vielmehr steht der Service im Vordergrund. Der Verkauf von technischen Anlagen wird beispielsweise mit Wartungsservices verbunden. Diese Kombination aus Sach- und...

Wissenshäppchen #10: Digitale Geschäftsmodelle

Der schlichte Verkauf eines materiellen Produktes steht schon lange nicht mehr im Fokus. In den meisten Branchen wird der größte Umsatz durch produktbezogene Dienstleistungen und Services generiert oder durch sogenannte hybride Leistungsbündel. Doch fangen wir am...