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Wissenshäppchen #16: Ideation

Ideation beschreibt den Prozess der Ideenfindung. Denn kreativ zu entwickeln, Ideen zu generieren und auszuarbeiten ist tatsächlich ein Prozess, erfolgt systematisch und ist damit ein lernbares Denkmuster. Der sogenannte „Geistesblitz“ passiert nicht zufällig, sondern erfolgt aufgrund verschiedener Informationen, die wir vorher gesichtet und gesammelt haben und nun neu verknüpfen. Verschiedene Inhalte in neuen Kombinationen ergeben im besten Falle neue Ideen. Dieser Prozess passiert bei kreativen Menschen oft ganz nebenbei. Die gute Nachricht ist: Alle Menschen sind von Natur aus kreativ.

Aus kognitiver Perspektive ist Kreativität kein Talent, sondern eher eine offene Denkweise. Neuronen vernetzten sich, setzen Impulse, verknüpfen unterschiedliche Bereiche im Gehirn und dadurch entstehen neue Gedankenwege. Um nun tatsächlich systematisch Ideen zu generieren und diese Denkmuster zu lernen, kann man einen strukturierten Ideationprozess starten – allein oder in einem kleinen Team. Im Kern besteht dieser Prozess aus drei wesentlichen Schritten.

Gestartet wird mit einem Briefing zur Ausgangsituation. Alle Beteiligten erhalten oder erarbeiten die Basis für ein gemeinsames Brainstorming und nehmen die Umgebungsfaktoren genau unter die Lupe. Dabei werden wichtige Fragen gestellt und beantwortet. Was sind aktuelle Trends? Was sind die aktuellen technologischen Entwicklungen? Welche Problemstellungen kommen aus der Wirtschaft und der Wissenschaft? Welche Zielgruppen sind relevant und vor welchen Herausforderungen stehen diese?

Anschließend geht es weiter mit dem Brainstorming. Dabei folgen die Teilnehmer/innen einem definierten Zeitplan. Nach einem festen Zeitfenster werden die Ergebnisse immer wieder in der großen Gruppe vorgestellt und reflektiert. Gute Ideen gehen in die nächste Runde, schlechte Ideen kommen ins Archiv. So können über die einzelnen Phasen hinweg Ideen weiterentwickelt und zusammengefügt werden. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis zufriedenstellende Ansätze für alle Teilnehmer/innen entstanden sind. Wie bei jedem Brainstorming, ist eine offene Denkweise erwünscht. Die Teilnehmer lösen sich ein Stück weit von der Realität und lassen neue Denkpfade zu.

Nun beginnt der schwierigste Teil der Arbeit. Die bisher noch sehr groben Ideen werden in ein Konzept überführt. Dieser Prozess nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Je komplexer und innovativer ein Konzept ist, desto mehr Zeit muss investiert werden. Wenn diese Zeit nicht bewusst eingeplant wird, sinken die Erfolgschancen. Ein Konzept kann ein Forschungsantrag für ein neues Projekt auf dem Weg in die Plattformökonomie, ein neues Blockchain-basiertes Geschäftsmodell oder aber ein Businessplan zur Ausgründung sein. Viele Ergebnisse von und Anlässe für Ideation sind denkbar. Probieren Sie es einfach aus.

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