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Wissenshäppchen #10: Digitale Geschäftsmodelle

Der schlichte Verkauf eines materiellen Produktes steht schon lange nicht mehr im Fokus. In den meisten Branchen wird der größte Umsatz durch produktbezogene Dienstleistungen und Services generiert oder durch sogenannte hybride Leistungsbündel. Doch fangen wir am Anfang an:

Ein Geschäftsmodell beschreibt die Funktionsweise eines Unternehmens oder einer Organisation und wie Gewinne erwirtschaftet werden. Dabei stehen das Nutzenversprechen (Welchen Mehrwert stiften wir unseren Kunden?), die Wertschöpfung (Wie und wodurch stiften wir Mehrwert?) und ein entsprechendes Ertragsmodell (Wodurch generieren wir Gewinne?) im Mittelpunkt. Ein solches Modell unterstützt dabei das eigene Geschäft strategisch zu analysieren, es besser zu verstehen, die eigenen Vor- und Nachteile zu ermitteln und sich gegenüber dem Wettbewerb abzugrenzen.

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ (Heraklit, Philosoph). Was heute gut funktioniert, dem Kunden einen Mehrwert bietet und Gewinne einfährt, kann in einige Monaten am Markt vorbei gehen. Das Internet ist ein gerne zitiertes Beispiel. Es hat Märkte gänzlich umgekrempelt und den E-Commerce ermöglicht. Heute sind wir erneut mitten in einem disruptiven Wandel. Die Plattformökonomie der Zukunft – die Silicon Economy – wird mit neuen Technologien und Mechanismen unsere Märkte stark verändern. Digitale Geschäftsmodelle entstehen, die innovative Konzepte adaptieren und die Strukturen im Unternehmen umkrempeln. Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss schon heute sein Geschäftsmodell auf die Kunden der digitalen Zukunft ausrichten. Die Blockchain-Technologie bietet in diesem Rahmen die Grundlage für Smarte Verträge, ein sicheres Teilen von Daten und automatische Zahlungsprozesse.

Die Plattformökonomie ermöglicht eine Vernetzung unter Kunden und Akteuren, wie sie noch nicht existiert hat. Folge ist, dass nicht mehr Anbieter das Marktangebot und den Preis bestimmen, sondern die Kunden. Um also heute schon auf die Kundenbedürfnisse von Morgen einzugehen, sollte auf den Einsatz von digitalen Technologien gesetzt werden – ohne neue Technologien lassen sich digitale Geschäftsmodelle nicht umsetzen. Ebenfalls die Kundengewinnung sollte digital erfolgen. Ein digitaler Vertrieb lässt sich weitestgehend automatisieren und digital kann eine größere Reichweite generiert werden. 

Neben E-Commerce und Plattformen werden vor allem auch Pay-per-Use Geschäftsmodelle einen Schub erhalten. Hier zahlt der Kunde nur, was er verbraucht. „Freemium“ ist ebenfalls ein etabliertes Modell, hierbei wird eine Basisversion eines Produktes oder Dienstes gratis angeboten, Erweiterungen, Premiummitgliedschaften oder aber das Freischalten aller Funktionen ist dann mit Kosten verbunden. Durch die Sharing Economy können beispielsweise ungenutzte Ressourcen geteilt werden. Darüber hinaus wird der Handel mit relevanten Daten und Werten (Internet der Werte) in den Fokus rücken. Letztendlich können aber auch vollkommen neue Ansätze entwickelt werden und für neue, unerwartete Geschäftsmodelle sorgen.

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