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Wissenshäppchen #12: Hybride Dienstleistungen

In den meisten Branchen wird der Umsatz nicht mehr durch klassische Produkte erzielt, vielmehr steht der Service im Vordergrund. Der Verkauf von technischen Anlagen wird beispielsweise mit Wartungsservices verbunden. Diese Kombination aus Sach- und Dienstleistungsanteilen in Verbindung mit entsprechenden Softwarekomponenten oder auch dem Internet der Dinge wird dann als hybride Dienstleistung oder als hybrides Leistungsbündel bezeichnet.

Mensch und Technik fließen in einem soziotechnischen System zusammen und bilden die Arbeitswelt 4.0. Diese neue vernetzte Arbeitswelt der Social Networked Industry ermöglicht es Unternehmen zunehmend, hybride Dienstleistungen zu entwickeln und anzubieten. Diese neuartigen Leistungsbündel bestehen aus der Verbindung von Hardware und Software, die in einem innovativen, digitalen Geschäftsmodell aufgehen. Für Unternehmen ergeben sich durch hybride Dienstleistungen neue Möglichkeiten, ihren digitalen Wandel voranzutreiben und neue Geschäftsmodelle zu etablieren.

Im Fokus steht der Kundennutzen. Ähnlich wie in einem Produkt Service System (PSS) wird der Serviceanteil des Leistungsbündels über den gesamten Produktlebenszyklus zur Steigerung des Kundennutzens erbracht. Der Dienstleitungs- und der Sachanteil eines Produktes verschmelzen, eine strenge Teilung der beiden Komponenten ist nicht mehr möglich. Insgesamt ist eine Teilung der Wirtschaft in Sektoren (wie Dienstleistungssektor, Produktionssektor, …) nicht mehr zielführend.

Hier kommt die Hybride Wertschöpfung als besondere Form von unternehmensbezogenen Dienstleistungen ins Spiel. Bei diesem Begriff steht die Integration von Produktion und Dienstleistungen im Fokus. Diese Form wird als Möglichkeit angesehen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Produktionssektors zu steigern bzw. zu erhalten und fließt in das Vorhaben einer Smart Factory ein.

Der Wandel zur hybriden Dienstleistungen oder hybrider Wertschöpfung wird auch die Lieferanten-Kunden-Beziehungen, die Netzwerkbildung sowie Unternehmenskooperationen verändern und in völlig neuer Weise ermöglichen. Reine Dienstleister sowie klassische Produzenten werden sich zu Anbietern hybrider Produkte entwickeln und ihr Leistungsbündel auf Plattformen bzw. im Rahmen einer Shared Economy anbieten. Denkbar ist, dass ein komplexer Service im Sinne einer Ko-Produktion durch mehrere Unternehmen erbracht wird. Unterschiedliche Anbieter teilen sich die Entwicklung und Erbringung von Services über eine digitale Plattform, die die Wahrung der Datensouveränität gewährleistet und die Zusammenarbeit koordiniert. Bei diesem Konzept sprechen wir von Sealed Services.

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