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Wissenshäppchen #26: Agiles Arbeiten

von | 14. Oktober 2021 | News und Events, Wissenshäppchen

Das Modell des “Agilen Arbeitens” beschreibt ein modernes und offenes Arbeitsumfeld. Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung sind eigenverantwortliches Arbeiten der Mitarbeitenden, transparente Kommunikation, ein klares Leitbild für die Orientierung, offene Feedbackprozesse, eine Kundenorientierung und das Arbeiten in sogenannten Sprints. Das bedeutet: alle Ebenen und alle Mitarbeitenden in einer Organisation müssen umdenken. Organisationsstrukturen müssen komplett überdacht werden. Nur dann kann das agile Arbeiten seine Vorteile zeigen, zu denen mehr Flexibilität, bessere Arbeitsergebnisse, eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit und eine höhere Mitarbeiterbindung gehören.

Bereits mit dem Wechsel in das neue Jahrtausend kam die agile Arbeitsweise auf. Die Digitalisierung, zahlreiche neue Technologien (Blockchain, IoT, künstliche Intelligenz) und der damit einhergehende, rasante Wandel forderten anpassungsfähige Prozesse, neue Geschäftsmodelle und schnelle Produktinnovationen. Die bis dahin aktuellen Arbeitsmodelle waren zu starr, um auf die neuen Herausforderungen zu reagieren. Wie bei allen disruptiven Entwicklungen, gibt es Unternehmen, die schnell adaptieren und Unternehmen, die zunächst abwarten. Erstere kommen vor allem aus dem IKT-Bereich (Software, Open Source) und leben bis heute erfolgreich die SCRUM Methodik. Letztere müssen spätestens seit dem Aufkommen der Plattformökonomie ihr Arbeitsmodell überdenken.

Agiles Arbeiten kann nicht von der Führung verordnet werden. Es ist ein Mindset. Führungskräfte müssen Aufgaben und Verantwortung abgeben und Mitarbeitende müssen diese selbstbestimmt annehmen, sich in Teams zusammenfinden und Ziele sowie Aufgaben in Sprints einteilen. Beliebte Methoden des agilen Arbeitens sind neben SRCUM auch Kanban, Timeboxing, Ideation und DesignThinking. Zu Beginn empfiehlt es sich, mit diesen Methoden einzusteigen und anschließend Stück für Stück weiter in das Arbeitsmodell einzusteigen. Der komplette Weg sollte als Prozess verstanden werden und anschließend in eine Lebensweise übergehen. Dabei müssen Prozesse und Abläufe immer wieder reflektiert sowie die Erfahrungen offen und auf einer Vertrauensbasis im Team geteilt werden.

Aufgrund der Komplexität und dem großen Gegensatz zu herkömmlichen Hierarchie-Strukturen steht das agile Arbeiten häufig in der Kritik. Wer trotzdem den Mut aufbringt, sich auf Änderungen einlässt und auf Vertrauen, Bestätigung und Austausch setzt, kann von den zahlreichen Vorteilen profitieren. Derzeit gibt es mehrere agile Arbeitsformen, individuelle Abwandlungen oder Weiterentwicklungen, denn auch agiles Arbeiten lässt sich nicht pauschal in jeder Organisation einführen. Grundsätzlich bietet das Modell aber ausreichend Leitplanken für eine erfolgreiche Umsetzung auf allen Ebenen.  

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